Das Myklebust-Schiff ist das größte Wikingerschiff, dessen Spuren man in Norwegen gefunden hat — etwa dreißig Meter lang. Es wurde nicht begraben, sondern verbrannt: nach altem Brauch auf einem Scheiterhaufen in einem Grabhügel auf Myklebust in Nordfjordeid. Der Überlieferung nach war es das Begräbnis von Audbjørn Frøybjørnsson, dem Fjordkönig, der bei Solskjel gegen Harald Schönhaar fiel — das Begräbnis wird auf etwa die Jahre 870–900 datiert.
Mehr als tausend Jahre später steht das Schiff wieder bei Sagastad in Nordfjordeid. Rolf schnitzte nicht nur den Drachenkopf am Bug und das Heck achtern — er entwarf das Ornament und den ganzen «Myklebust-Stil» selbst. Ohne ein Original zum Kopieren musste es vertraut wirken, verwurzelt im alten Handwerk, und doch etwas völlig Neues sein: ein Stil, der sein eigener ist, von Rolf gezeichnet und festgelegt. Der Kopf wiegt rund achtzig Kilo, ist aus drei zusammenlaminierten Holzteilen gebaut und sitzt siebeneinhalb Meter über dem Deck — hoch genug, um stürmischer See zu begegnen und Feinden wie allen Hindernissen auf dem Weg der Reise Schrecken einzujagen.