Das Ulvik-Portal ist eines der vornehmsten geschnitzten Portale des norwegischen Mittelalters — um das Jahr 1150 für die alte Stabkirche von Ulvik in Hardanger geschaffen. Dies ist Rolf Taraldsets Rekonstruktion davon, neu geschnitzt in zwei Teilen aus ganzen Stücken Kernkiefer, demselben Holz wie das Original. Jede Seite wiegt an die hundert Kilo. Es ist kein Geheimnis, dass dies ein anspruchsvolles Stück Arbeit war — oder ein Paar —, das über mehrere Jahre wuchs.
Es ist beeindruckend, was die Schnitzer in ihrer Zeit zustande brachten: mehr als eine Hand hat daran gearbeitet, und die Qualität des Originals wechselt von Teil zu Teil, doch das Ganze ist von wahrer Meisterschaft. Um dorthin zu gelangen, wohin sie gelangten, musste Rolf sich neue Werkzeuge selbst anfertigen.
Es ist keine Kopierarbeit, es ist eine Rekonstruktion. Stellenweise ist das Muster des Originals dünn abgenutzt oder ganz verschwunden, und das Schnitzwerk trägt zudem Spuren späteren Gebrauchs — nicht alles ist überliefert. Was fehlt, muss aus dem zurückgeschlossen werden, was erhalten ist: indem man den Ausdruck des Portals selbst liest, die Art, wie sich seine Formen wiederholen und einander antworten, und mit dem Verständnis und dem Auge, die es braucht, um die Harmonie aufgehen zu lassen. Gezeichnet und neu gezeichnet, bis die Linie wieder heimfindet. Was hier steht, trägt über 850 Jahre in den Wurzeln und ist doch etwas ganz Neues — lebendig und eigen. Das Portal hat seine Auferstehung und ein neues Leben in einem neuen Werk gefunden.
Zuletzt weckt die Oberfläche das Schnitzwerk. Das Relief ist tief geschnitten — stellenweise sehr tief —, sodass das ganze Portal im flach einfallenden Licht in Schatten erwacht. Holzöl, und ein dunkleres Öl in den Grund gelegt, holen die Tiefen hervor, damit Licht und Schatten dort fallen, wo sie sollen, bis das Werk dem Original so nah steht, wie es kommen kann. Es ist bei Bryggen Husflid in Bergen zu sehen.